Dieser Ratgeber soll jungen Autofahrern helfen jene Fehler NICHT zu machen, die ich in der Vergangenheit (fast) gemacht hätte, oder bei anderen Verkehrsteilnehmern gesehen habe

Tipp Nummer 1.) Lassen Sie sich nicht von der Umgebung ablenken. Wenn der Blick von der Strasse abschweift, und man sich stattdessen die Umgebung ansieht, dann kann es sehr schnell passieren, dass man sich auf der Gegenfahrbahn befindet. Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Dann müssen Sie in Zukunft mit mehr Aufmerksamkeit bei der Sache sein. Mit etwas Glück bleibt es bei einem Blechschaden. Aber im schlimmsten Fall gibt es einen Frontalzusammenstoß mit dem Gegenverkehr. Mein Tipp: Beide Hände aufs Lenkrad, und immer den Blick auf das Verkehrsgeschehen richten. Wenn etwas sehr interessant ist: Parkplatz suchen und stehen bleiben, aber bitte nicht mit Schritt-Tempo den Hintermann zur Weißglut bringen, das provoziert gefährliche Überholmanöver. Und noch ein Tipp: Bevor Sie stehenbleiben um eine attraktive Passantin anzuglotzen, vergewissern Sie sich vorher, dass Ihre eigene Frau nicht gerade daneben sitzt.

Tipp Nummer 2.) Lassen Sie sich nicht vom hinterliegenden Fahrzeug ablenken: Jeder kennt das, man bremst für das Ortsgebiet auf 50km/h herunter, und schon ist einem der Hintermann bis auf 3cm herangerückt. Wenn man nun ständig nach hinten guckt, um zu schauen ob der Drängler mit meiner Fahrleistung zufrieden ist, dann übersieht man vorne sämtliche gefährlichen Situationen. Mein Tipp: Schauen Sie nicht öfters als unbedingt nötig in Ihren Rückspiegel. Tun Sie das was Sie für richtig halten, ohne den Normalverkehr aufzuhalten. Und der Drängler hinter Ihnen? Drauf geschissen, Sie fahren die Geschwindigkeit die erlaubt und angemessen ist, und wenn ihm das nicht passt hat er eben Pech gehabt. Aber mal ehrlich. Im Grunde genommen ist es völlig egal was der Typ hinter Ihnen über Sie denkt, ob er mit Ihnen zufrieden ist oder nicht. Sie werden diese Person in Ihrem gesamten Leben niemals wieder sehen. Für diesen Schwachkopf einen guten Eindruck zu machen ist also völlig sinnlos. Und sollten Sie wegen seiner Dränglerei in einen Unfall geraten, Herr Oberschlau bleibt bestimmt nicht stehen um Sie zu bemitleiden. Im Gegenteil. Er wird das Fenster runterkurbeln, mit dem Finger auf Sie zeigen, laut lachen. Aber spulen wir die zeit nochmal zurück, und nehmen wir an Sie beschleunigen Ihr Fahrzeug damit der Drängler zufrieden ist. Glauben Sie er wird sich bei der nächsten Ampel bei Ihnen bedanken? Oder sich an Ihr Fahrzeug erinnern wenn er es irgendwann wieder vor sich hat? Natürlich nicht. Also, lassen Sie sich nicht drängen (immer vorausgesetzt Sie fahren eine vernünftige Geschwindigkeit). Abbremsen um den Hintermann zu erschrecken ist auch nicht klug, wenn der Typ hinten draufknallt sind Sie schuld, weil Sie ohne ersichtlichen grund gebremst haben, und damit einen Unfall provoziert haben. Wenn Sie möchten können Sie die Geschwindigkeit langsam verringern, aber nicht ruckartig. Die meisten Drängler bekommen dann einen hochroten Kopf, kapieren dann aber sehr schnell dass sie mehr Abstand halten sollen.

Tipp Nummer 3.) Telefonieren Sie nicht beim Autofahren: Das ist ein viel zu großes Risiko. (Ganz kurz in eigener Sache: Das Wort "Handy" ist ein Modewort, das es in dieser Form nur im deutschsprachigen Raum gibt, es gibt dafür keine Übersetzung ins Englische. Wenn Sie im Gespräch mit einem Engländer oder Amerikaner das Wort "Handy" verwenden, weiß niemand weiß Sie meinen. Die Engländer sagen "mobile phone" oder auch "cellphone". Der Begriff "Cellphone" konnte sich hier nicht durchsetzen, das Wort klingt in unseren Ohren wie "Telefonzelle". Einzig akzeptabel wäre also "Mobiltelefon". Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zum Thema). Ich wollte es auch selbst lange Zeit nicht wahr haben. Aber das Telefonieren am Steuer ist ein Problem. Und damit meine ich nicht nur das Handy am Ohr, oder die bangen Sekunden in denen man eine Telefonnummer sucht. Ich bin der Meinung, dass das bloße Gespräch ein Risiko darstellt, selbst wenn Sie eine Freisprecheinrichtung verwenden. Die Aufmerksamkeit ist während des Telefonats nicht bei 100% wie es eigentlich sein sollte. Ob das für die jeweilige Situation entscheidend ist? Vielleicht auch nicht. Aber man braucht 100% Aufmerksamkeit um auch versteckte Gefahren zu erkennen. Wenn Sie Risiken im Straßenverkehr insgesamt minimieren möchten, dann müssen Sie die Gesamtheit betrachten. Denn die Summe der Sinneseindrücke und Einschränkungen ist entscheidend. Gewiss haben Sie durch den Verzicht auf das Telefonat ein paar Prozentpunkte mehr an Sicherheit. Und jetzt wird's philosophisch, bitte springen Sie direkt zum nächsten Punkt wenn Sie Zeit sparen wollen. Die Wahrnehmung von uns Menschen ist extrem kompliziert. Die Fülle der Sinneseindrücke die uns von unseren Sinnesorganen an das Gehirn geliefert werden ist so groß, wir würden verrückt werden wenn wir alles auch "wahrnehmen" würden. Das Gehirn ist gezwungen die Datenmenge zu reduzieren. Es werden automatisch nur jene Ereignisse verarbeitet und wahrgenommen, die als wichtig eingestuft werden. Dabei passieren dem Gehirn regelmäßig Fehler. Die Fehler sind völlig unbedeutend wenn wir beispielsweise eine Quizsendung im Fernsehen anschauen, rätseln welche der vier Antwortmöglichkeiten richtig ist, und dabei gar nicht bemerkt haben, dass hinten einer der Zuschauer aufgestanden ist und das Studio verlassen hat. Im Strassenverkehr mit Handy am Ohr ist es ähnlich. Sie konzentrieren sich auf den Vordermann, und sicherlich auch noch so halb auf die Fragen die Ihnen Ihre Frau stellt ("Kannst Du noch auf dem Rückweg von der Arbeit beim SPAR-Markt vorbeifahren und ein Brot mitnehmen?"), und sicherlich haben Sie noch Ressourcen um eine Atwort auszudenken (Antwortmöglichkeit A: "Ich war heute nicht bei der Arbeit sondern auf einem Abenteuerspielplatz und habe eine Dampfwalze gelenkt, es tut mir so leid, ja, ich bin süchtig nach Dampfwalzen, das wollte ich Dir schon vor Wochen beichten, was? Es ist schluss?....Hat einfach aufgelegt." Antwort B: "Ja, ist kein Problem. Sonst noch was?", Antwort C: "Beim SPAR bin ich schon vorbei. Kann es auch Brot vom Hofer sein?", oder Antwort D: "Wir hatten doch ausgemacht dass ich eine Pizza von Luigi mitbringe! Die ist schon im Kofferraum, es duftet herrlich nach Käse und Salami, ich bin in 5 Minuten zu Hause, ja... ich Dich auch.... ja...nein.....ja.....aha,....nein das musst Du mir zu hause aber genau erzä....aha.....ja,....gut...Du....ich muss dann langsam......ja.....ja....lass mich Dir.....ja....schau das ist so........ich.....ja...ja....ja-aaa...ja....haha....ja......Du, da vorn ist der Platz wo die Polizei immer steht, ich muss jetzt wirklich.....ja....OK....auch Bussi. Baba. Was? ...Ja....hihi...Du bist ja total unanständig......bis gleich.....ja.....baba."). Aber bemerken Sie auch noch den Radfahrer den der Vordermann gleich überholen wird, und dem Sie auch ausweichen müssen? Und sehen Sie den Radfahrer links von der Seitenstrasse kommen, der glaubt er kann noch zwischen Ihnen und dem Vordermann herausfahren? Ganz ehrlich, das ist gefährlich. Und es geht noch philosophischer. Der Mensch nimmt viele Ereignisse nur bewusst wahr wenn er sie auch sieht. Er sieht manche Ereignisse nur wenn er sie hört. Er "sieht" Ereignisse nur weil er sie hört, obwohl er sie gar nicht sehen kann. Er hört Dinge die er nur sieht. Und er übersieht Dinge weil er sie nicht hört. Zu kompliziert? So lange man telefoniert bekommt man auch weniger von der Autofahrt mit. Man fährt sozusagen im "Automatikmodus", man tuckert mit seinem Döff-Döff vor sich hin und merkt eigentlich gar nicht was so passiert, oft weiß man später nicht einmal mehr wie man an das Ziel gelangt ist. Ich dachte ja immer ich könnte das Telefonieren im Kopf zurückreihen, so wie ein Computer die Ressourcen für ein Programm einschränken kann, aber da lag ich falsch (zu Zeiten als das Handyfonieren am Steuer noch erlaubt war :-). Zwar ist mir zum Glück noch nie etwas passiert. Aber wer weiß. Ich will es nicht austesten, jedenfalls nicht mit meinem eigenen Auto, vielleicht mit dem meiner Freundin.... Nein, "Spass bei der Seite", Vergleichen Sie einmal selbst: An wieviele Details des Straßenverkehrs können Sie sich MIT, und an wieviele Details OHNE Telefon erinnern? Neben dem Sicherheitsaspekt gibt es da auch noch eine andere Überlegung: Haben Sie sich jemals gefragt ob es für den (Nicht-Auto-fahrenden) Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung angenehm ist, wenn Sie nebenbei autofahren? Im Sinne einer besseren Gesprächskultur behaupte ich: Telefonieren im Auto: Nein. Nur in Notfällen, und dann bleibe ich stehen. Ich möchte dass meine Freunde in den Genuss meiner ungeteilten Aufmerksamkeit kommen, das haben sie sich verdient. Und das Unfallrisiko ist damit auch deutlich verringert.

Tipp Nummer 4.) Fahren Sie nicht zu langsam: Viele Autofahrer glauben, sie wären besonders sicher auf Autobahnen und Bundesstraßen unterwegs, wenn sie mit sehr niedriger Geschwindigkeit reisen. Das ist leider ein Irrtum. Sie müssen den Straßenverkehr mit einer beweglichen Masse vergleichen. Vielleicht gelingt ein Vergleich mit Blut in einer menschlichen Ader. Der Straßenverkehr kennt nur eine Bahn und Richtung, die Geschwindigkeit und der Takt werden dabei von der Gesellschaft vorgegeben. Alles was sich dem Straßenverkehr in den Weg stellt ist ein Hindernis, das für Probleme sorgt. Wenn Sie nun langsam unterwegs sind, dann provoziert das zwangsläufig Überholmanöver. Jedes Überholmanöver birgt aber gewisse Risiken. Stellen Sie sich selbst ein paar Fragen: Wie klug und erfahren ist der Autofahrer der Sie gerade überholt? Sieht er den Gegenverkehr? Kann er die Geschwindigkeit richtig einschätzen? Wird er genügend Abstand zu Ihnen lassen nachdem er Sie überholt hat? Ist sein Fahrzeug in Ordnung? Seine Reifen? Ist der Fahrer nüchtern und kann er überhaupt geradeaus fahren? Viele Überholmanöver gehen schief. Es passieren schlimme Unfälle, den Rowdies passiert oft am wenigsten. Je langsamer Sie fahren, desto größer ist der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Ihnen und dem Fahrzeug das Sie überholt, und desto härter ist der Aufprall. Wenn Sie sich der Geschwindkeit des Gesamtverkehrs einigermaßen gut anpassen, dann sind Sie deutlich sicherer unterwegs als ein "Schleicher".

Tipp Nummer 5.) Fahren Sie nicht zu schnell: Die meisten Unfälle passieren aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Dabei gibt es viele Risiken die man in sein Handeln einrechnen sollte. In den nachfolgenden Punkten gehe ich näher darauf ein:

Tipp Nummer 6.) Rechnen Sie immer mit einem technischen Defekt: Ihr Fahrzeug besteht aus vielen unterschiedlichen Teilen die einem ständigen Verschleiß ausgesetzt sind, und nebenbei fehlerhaft sein können. Mein Tipp: Trauen Sie niemals einem technischen Bauteil, das Sie nicht selbst konzipiert, entwickelt, hergestellt, geprüft und mit den eigenen Händen in Ihr Auto eingebaut haben. Oder anders gesagt: Misstrauen Sie der Technik. Es gibt keinerlei Garantien und Sicherheiten. Der Zeitpunkt zu dem etwas passiert wird Sie völlig überraschen, nur das ist sicher. Selbst ein Experte kann nicht mit Gewissheit sagen, wann irgendeine Stange bricht, ein Reifen platzt, oder ein sonstiges Gebrechen Ihr Fahrzeug aus der Bahn werfen kann. Und eines ist auch klar: Je höher die Geschwindigkeit ist, desto schlimmer wirkt sich ein technischer Defekt auf den Unfall aus.

Tipp Nummer 7.) Die anderen Verkehrsteilnehmer glauben zu wissen wie schnell Sie unterwegs sind, und verschätzen sich dabei oft: Der Otto-Normalfahrer geht immer davon aus, dass Sie sich (ungefähr) an die gesetzlichen Geschwindigkeitsvorgaben halten. Dementsprechend langsam biegen diese in die Kreuzung ein, überqueren die Straße, oder starten ein Überholmanöver in ihrer Richtung. Wenn Sie nun viel schneller angerast kommen als man vermuten würde, dann kann es passieren, dass der andere verkehrsteilnehmer Sie falsch einschätzt, und schon kracht es. Wer ist dann schuld? Natürlich immer der der fragt.

Tipp Nummer 8) Fahren Sie niemals zu schnell in die Kurven: Ich behaupte mal ganz dreist, dass es in ganz Europa keine einzige Kurve gibt in der noch kein Unfall passiert ist. Gehen Sie mal zu Fuß eine Kurve entlang, und Sie werden sich wundern wieviele Hinweise es für längst vergangene "Zwischenfälle" gibt. Kaum ein Begrenzungs-Stipfel der nicht verbogen ist, kaum ein Asphalt-Meter auf dem kein Glassplitter liegt. Auf Leitplanken und Betonwänden befinden sich unzählige verschiedenfärbige Lackspuren. Warum ist das so? Die coolen und unerfahrenen Autofahrer fahren einfach viel zu schnell in die Kurven ein, in dem Irrglauben, dass die Reifen und das Fahrzeug technisch so perfekt sind, dass unmöglich etwas passieren kann. Dabei gibt es an eine gute Bodenhaftung viel mehr Anforderungen als nur gute Reifen und ESP. Man bedenke die Qualität des Asphalts, die Straßen-Neigung, Unebenheiten, Verschmutzungen, Rollsplit, Zufälle, Ausweichmanöver, etc. Passt nur eine der Kriterien nicht, so liegt das Auto im Graben, oder klebt im Gegenverkehr. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit, auch wenn es "peinlich" oder "uncool" ist. Rechnen Sie stets mit einem liegengebliebenen Fahrzeug das sich in der Kurve oder dahinter versteckt haben könnte. Fahren Sie immer auf Sicht, auch wenn 100 km/h erlaubt sind. Wenn die Sicht nur für 50km/h reicht, dann fahren Sie lieber mit 120km/h, nein sorry, mein Fehler, dann fahren sie lieber mit 50km/h. Nur so sehen Sie rechtzeitig das Stauende, den gestürzten Radfahrer, die Wandergruppe, das spielende Kind, oder das verirrte Rehkitz.

Tipp Nummer 9.) Rechnen Sie immer mit etwas Unerwartetem: Schmökert man auf Youtube in der Kategorie "Verkehrsunfälle", dann bekommt man unglaubliche Zufälle zu sehen die derart verrückt sind, dass sie jeder Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik trotzen. Aber sie sind nunmal passiert. Dabei ist das, was man so an Videos zu sehen bekommt, ja nur die Spitze eines gigantischen Eisberges. Bei Eintausend Unfällen ist vielleicht nur einmal eine Kamera dabei (Wahrscheinlichkeit 1:1000), und von diesen Eintausend Unfällen die mal zufällig von einer Kamera aufgenommen wurden, ist vielleicht nur ein Unfall so spektakulär, dass sich ein Upload auf Youtube lohnt (Wahrscheinlichkeit bereits 1:1000000). Es passieren also viel mehr verrückte Dinge als man sich vorstellen kann. Behalten Sie diesen Fakt immer im Hinterkopf: Es kann jederzeit etwas völlig Unglaubliches passieren, ganz egal wo Sie gerade unterwegs sind. Fahren Sie deshalb immer so, dass Sie noch auf diese "Unwahrscheinlichkeiten" reagieren können. Wenn Sie, wie die meisten Freizeit-Rennfahrer, bereits das Maximum aus dem Fahrzeug, der Strecke und dem Augenblick herausgeholt haben, dann haben Sie keine menschlichen und technischen Ressourcen mehr um im Falle des Falles etwas gegen das Unglück tun zu können. Dabei trifft es nicht nur Raser. Auch der Normalfahrer sollte jederzeit auf einen "bösen Zufall" eingestellt sein, und sich ständig die Frage stellen: "Was würde passieren, wenn jetzt rein theoretisch....!".

Tipp Nummer 10.) Sehen Sie sich eine Stunde lang Youtube-Unfallvideos an: Das ist besser als jede Schulstunde. Sie werden SEEEHR VIIIEEL lernen. Ich garantiere Ihnen, Sie werden in Zukunft Dinge berücksichtigen, an die Sie vorher nie gedacht hätten. Mir persönlich haben die Youtube-Videos sehr viel gebracht, es hat in meinem Kopf mehrmals laut Klick gemacht, mein Fahrstil und die Bereitschaft Sicherheiten einzuplanen haben sich deutlich geändert. Ich bin vorsichtiger geworden, und bin auch viel seltener in gefährliche Situationen gekommen.

Tipp Nummer 11.) Kein Alkohol am Steuer: In vielen Ländern der Welt gibt es die so genannte "Promillegrenze" nicht. Dort heißt es simpel: Autofahren ist nur mit 0.00 Promille erlaubt, hat man mehr bleibt das Auto stehen. Und ich finde das richtig! Wer behauptet er könne noch mit Alkohol im Blut genauso gut Autofahren wie im nüchternen Zustand, der hat nicht alle Tassen im Schrank. Alkohol am Steuer, das geht gar nicht. Und kann schwere finanzielle und persönliche Folgen haben. Wenn Sie an einem Unfall beteiligt sind, ohne dass Sie Schuld haben, und Sie haben "Blut im Alkohol" (auch wenn nicht mehr als erlaubt), dann haben Sie ein Beweisproblem. Man wird Ihnen eine Mitschuld unterstellen. Außerdem kann es passieren, dass die Versicherung Ihren Schaden nicht bezahlt, oder die Versicherung die Schadenssumme die an den Unfallgegner ausbezahlt wurde von Ihnen zurückfordert. Man kann sich damit das ganze Leben ruinieren, und das der Unfallbeteiligten. Kein Witz. Lassen Sie's einfach sein.

Tipp Nummer 12.) Kein Sex während der Fahrt: Oder wenn ich es mir genauer überlege, vielleicht doch. :-) Nächster Punkt. Nein, im Ernst, das ist viel zu gefährlich und zu ungemütlich. Aus Spass wurde Ernst, Ernst ist heute 7 Jahre alt...

Tipp Nummer 13.) Halten Sie immer ausreichend Abstand zum Vordermann: Ein zu kurzer Abstand ist ein typischer Anfängerfehler, der erste Unfall ist vorprogrammiert. Man überschätzt seine Reaktionszeit. Im Ernstfall geht alles so schnell, dass man praktisch keine Chance hat um etwas gegen den Aufprall zu unternehmen. Bevor man kapiert hat was los ist hat es schon gekracht. Im Fernsehen habe ich einen äußerst interessanten Versuch gesehen. Auf einer abgesperrten Strecke sind zwei Stunt-Fahrzeuge mit 50km/h nebeneinander hergefahren, der Hintere mit einigen Metern Abstand zum Vordermann, aber seitlich um einige Meter versetzt damit nichts passieren kann. Und das Erstaunliche ist: obwohl der Stuntman im hinteren Fahrzeug ganz genau wusste, dass sein Kollege vorne jeden Augenblick abbremsen wird, hatte er keine Chance zu reagieren. Wäre er nicht um einige Meter versetzt gefahren, er wäre dem Vordermann mit voller Wucht ins Heck gekracht. Bedenken Sie, das war ein Stunt unter kontrollierten Bedingungen, die beteiligten waren vorgewarnt, und trotzdem hätte es gekracht. Wenn ich aber an den täglichen Wahnsinn auf der Autobahn denke, wenn rücksichtlose Fahrer dem Vordermann bis an die Stoßstange heranfahren, und das bei 100 oder 130km/h, dann wird mir wirklich schlecht. Es ist nicht auszudenken was passiert, wenn das Fahrzeug vorne bremsen muss, aber es genügt auch schon die kleine Verzögerung die eintritt wenn der Vordermann vom Gas herunter geht. Der Typ hinten hat Null Chance! Null!!! Und bei 100km/h geht es meistens tödlich aus. Andere Situation: Man fährt auf der Autobahn, circa 100km/h schnell, konzentriert sich auf den Vordermann, und hält eigentlich ausreichend Abstand. Ist man nun sicher unterwegs? Leider nein. Ich muss Sie enttäuschen. Was ist wenn der Vordermann ein Stauende übersieht? Sie haben sich auf den Vordermann verlassen. Der kracht aber gerade mit 100km/h in das Stauende und kommt sofort zu stehen. Haben Sie noch eine Chance zu reagieren? Nein! Damit haben Sie nicht gerechnet. Klar, damit kann man auch gar nicht rechnen, außer man hat diesen Ratgeber gelesen. Sie haben (wie die meisten Autofahrer die glauben einen richtigen Abstand zu halten) nur die üblichen Dinge eingerechnet, wie Bremsmanöver oder umherliegende Teile. Aben einen völligen Fahrzeug-Stillstand des Vordermanns haben Sie nicht eingeplant. Seien Sie klüger als die anderen, und achten Sie nicht nur auf den Vordermann, sondern halten Sie die Gesamtsituation im Blick. Ich persönlich sehe das mit dem Abstand immer so wie mit einer Luxus-Immobilie: Je mehr Platz desto besser. Es ist mein (!) Abstand, es ist meine (!) Sicherheit, und das lasse ich mir nicht nehmen, von niemandem. Wäre Abstand käuflich und in der Werbung so alltäglich wie eine Markenware, ich wäre bereit dafür zu zahlen. Aber das Markenprodukt "Abstand" ist völlig kostenlos. Sie brauchen ihn sich nur zu nehmen. Greifen Sie zu! Und noch eine Situation aus dem täglichen Leben: Ich werde überholt und der Typ schneidet mir vorne rein (meistens sind das Fahrer aus Polen oder Italien, oder BMW-Fahrer, blödes Klischee aber es stimmt), dann verringe ich eben die Geschwindigkeit. So lange bis der Abstand zum Vordermann wieder passt. Aufregen und Hupen bringt gar nichts. Ein ordentlicher Abstand ist meine Rentenversicherung. Er sorgt für meine Sicherheit, und reduziert den Stress, weil ich entspannter unterwegs bin.

Tipp Nummer 14.) Fahren Sie nicht zu schnell, nur weil Sie es eilig haben: Es bringt nichts. Ich kann es jetzt ja sagen, denn es ist schon lange verjährt (circa 1910). Ich hatte meinen Führerschein erst ein Jahr lang, ein wichtiger Geschäftstermin drohte zu platzen, und ich bin mit meinem 120 PS Boliden auf der Autobahn von Graz-Raaba nach Laßnitzhöhe gefahren (für alle Nicht-Steirer: das ist eine Autogbahnsrecke von circa 10 Kilometern Länge). Ich war mit 180km/h unterwegs, das war so ziemlich das Maximum das meine Dreckskarre hergab, und meine Freundin dahinter in Ihrem eigenen Wagen, sie fuhr mit ganz normalen 130km/h. Natürlich war ich der Erste der bei der Abfahrt Laßnitzhöhe angekommen war. Ich bin also von der Autobahn abgefahren und wollte auf die Bundesstraße abbiegen, schaue nach links, schaue nach rechts, warte den Vorrang eines Fahrzeuges ab, und als ich losgfahren wollte, war auch schon meine Freundin hinter mir. Sie hatte mit ihrer Normalgeschwindigkeit nur wenige Sekunden auf mich "verloren". Oder anders betrachtet: Ich hatte mit meiner halsbrecherischen Fahrweise nur lächerliche 10 oder 15 Sekunden gewonnen, und habe dafür mein Leben und das vieler anderer unschuldiger Verkehrsteilnehmer riskiert. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn bei 180km/h ein Reifen geplatzt wäre, ich wäre vielleicht auf der Gegenfahrbahn gelandet, oder hätte mich zigmal überschlagen. Ja sicher, man macht Dummheiten wenn man unerfahren ist, aber das darf keine Entschuldigung sein. Mir war das jedenfalls eine Lehre. Ich hätte mir vorher einfach niemals vorstellen können, dass der Zeitgewinn bei Raserei so mies ist. Ich bin seitdem nie wieder schneller gefahren als erlaubt, egal wie eilig ich es hatte. Die Raserei ist nicht nur unangebracht und ohne jeden Zeitvorteil, sie ist auch überaus gefährlich. Steht man zeitlich unter Druck, fährt man riskanter als normal, man nimmt riskante Situation billigend in Kauf. Mehr noch: Die eigene Wahrnehmung blendet Gefahren aus, man "sieht" buchstäblich Dinge nicht weil man sie nicht wahr haben will, weil sie mit dem selbstgesetzten Ziel ("Um 18 Uhr bin ich daheim vor dem Fernseher!" nicht korrelieren. Man erkennt Gefahren nicht, oder ignoriert sie. Ich kann nur dringend raten: Setzen Sie sich nicht hinter das Steuer wenn Sie es eilig haben. Lassen Sie jemand anderen fahren. Planen Sie mehr zeit ein. Verzichten Sie auf selbstgesteckte Ziele. Was ist schlimmer? Die Tagesthemen verpassen weil Sie 50 statt 70 km/h fahren, oder die nächsten vier Wochen "Leben" verpassen weil Sie mit schweren Knochenbrüchen im krankenhaus liegen. Wenn Sie merken dass Sie wahrscheinlich zu spät kommen, dann rufen Sie gleich an, und geben Sie rechtzeitig bescheid. Nennen Sie einen realistischen Zeitpunkt zu dem Sie eintreffen werden. Packen Sie bei der Zeitangabe noch 5 oder 10 Minuten dazu, als kleinen Sicherheitspolster, das macht auch keinen Unterschied mehr, dafür haben Sie weniger Stress. Die Geschichte mit den 180km/h ist natürlich gelogen. Ich bin "niemals nicht never oder" zu schnell gefahren. Wer das Gegenteil behauptet ist ein Lügner, kennt die wahre Geschichte, oder glaubt jeden Mist der in der Zeitung steht.

Tipp Nummer 15.) Vertrauen Sie niemals Ihrem Vordermann: Es ist folgendes wirklich passiert. Mein Kumpel Georg war auf einer Großkreuzung (Graz, Brauhaus Puntigam) von Feldkirchen kommend in Richtung Liebenau abgebogen. Wer die Kreuzung kennt der weiß, man fährt circa 100m in einer Einbahn leicht bergab bis man zur Hauptstrasse gelangt. Von oben kommend hat man schon einen recht guten Überblick auf das Verkehrsgeschehen, und kann sich auf die Fahrzeuge die im Vorrang fahren bestens einstellen. Unten mündet der "Zubringer" fast winkellos in eine mehrspurige Fahrbahn, sehr bequem mit einer kurzen Beschleunigungsspur und einem "Vorrang-Geben-Schild", aber ohne STOP-Schild. Wenn man also einigermaßen Fit im Kopf ist, dann schaut man schon von oben ob ein Auto kommt, kann sich aber auch später nochmal mit einem Schulterblick davon vergewissern, dass die Spur wirklich frei ist, und reiht sich dann ohne zu bremsen in die Hauptstrasse ein. Mein Kumpel Georg dreht also den Kopf nach hinten, sieht dass auf der Strasse in die er einbiegen will gerade überhaupt kein Mensch fährt, dreht den Kopf wieder nach vorne, und "BUMMS! KRACH" TSCHEPPER!". Sein Vordermann, ich nenne ihn mal Idiot, ist einfach stehen geblieben! Grundlos! Dem Spinner hat es einfach nicht genügt dass man meilenweit sieht dass keiner kommt. Er wollte auch noch händisch mit dem Zollstock alles ausmessen, notieren, grafisch auf Papier bringen, das Ergebnis an seine Tante faxen, Mutti telefonisch um Erlaubnis fragen, nochmal ein Brainstorming mit den wichtigsten Vor- und Nachteilen einer Weiterfahrt machen, den Motor wieder starten, und nach einigen Minuten (vielleicht) losfahren. Oder der Idiot wollte das Versichungsgeld einkassieren. Jedenfalls war dieser Unfall das traurige Ende für Georgs Sportwagen, und ich habe gelernt, dass man dem Vordermann niemals vertrauen darf. Mehr noch: Ich gehe bei jedem Verkehrsteilnehmer davon aus, dass er ein Trottel ist (Sie sind natürlich nicht gemeint, denn Sie haben meinen Ratgeber gelesen und sind somit klüger als die anderen). Ich plane bei den "Anderen" alle Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ein. Und das hat mir schon mehrmals geholfen: In der Situation in der mein Kumpel Georg war, war ich mittlerweile auch schon. Allerdings habe ich von Georg`s Schaden gelernt, und habe mich in weiser Voraussicht nur für das interessiert was der Vordermann macht, und nicht ob die Strasse frei ist. Und das war gut so, denn er ist unbegründet stehen geblieben. Ich glaube das ist eine beliebte Versicherungsabzocke. Ich habe dasselbe Fahrzeug nämlich kurze Zeit später nochmal an der selben Stelle gesehen. Der Idiot fährt die Strecke so oft ab bis es irgendwann kracht. Sie sind vielleicht der nächste, passen Sie bitte auf. Und dann war da noch ein Tourist der plötzlich auf Null abgebremst hat, weil er von einer Kalsdorfer Verkehrstafel so unendlich fasziniert war, dass er sie minutenlang studieren wollte. Mittlerweile vergrößere ich den Abstand MASSIV wenn mir im Straßenverkehr gewisse Stereotypen begegnen. Ich raten Ihnen, tun Sie dasselbe. Schließen Sie grundsätzlich alle Verkehrsteilnehmer vom "Vertrauensgrundsatz" aus, und rechnen Sie stets mit dem Schlimmsten. Irgendwann konnte es eintreten, aber dann sind Sie darauf vorbereitet.

weitere Tipps folgen in Kürze...

War mein Beitrag hilfreich oder wenigstens unterhaltsam? Falls ja, würde ich mich über einen "symbolischen Euro" per PayPal sehr freuen ( max_koschuh@gmx.at ). Sie können mir aber auch einen Winterreifen schicken, sowas kann man immer brauchen.

Letztes Update, Kalsdorf, den 5.Jänner 2013

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